Kidz In The Hall - The In Crowd
Alle Achtung. Kidz In The Hall hätten nach ihrer 2006er LP "School Was My Hustle" als die Hoffnungsträger der Backpacker-Szene schlechthin, ganz bequem ihre Linie weiter durchziehen können. Stattdessen wagten Double-O und Naledge mit "The In Crowd" klassischen Boom Bap Sound mit neumodernen Dirty South- und Pop-Synthie-Elementen zu vermischen. Ob es trotzdem gut klingt!?
Cover: The In Crowd
- Artist:Kidz In The Hall
- Title:The In Crowd
- Producer:Double O
- Label:Duck Down Music
- Homepage:Website aufrufen
- MySpace:MySpace aufrufen
- Release:9. Mai 2008
- Rating:3
Keine Angst! Boom Bap Merkmale gibts hier trotzdem zu genüge, nur eben mit ungewohnten und frischen Sounds und jede Menge Featuregäste.
Ein Highlight ist sicherlich der Opener "Black Out" mit DJ GI Joe, der vor allem B-Boys der alten Schule große Freude bereiten dürfte, sowie die mit Masta Ace gesampelte Nummer "Drivin' Down The Block (Low End Theory)", die mit einem einfachen Soundteppich und gut gerappt daher kommt. Auf der Habenseite sind auch die beiden Teile der Konzept-Nummer "Middle Of The Map" mit Fooch bzw. Black Milk & Guilty Simpson...
Großes Manko sind allerdings die vielen Schwachstellen, die sich durch die gesamte LP durchziehen, wie z.B. die Feature-Nummer "Let Your Hair Down" mit Skyzoo, die ihm irgendwie gar nicht gerecht werden mag, das desaströse "Lucifer's Joyride" mit Travis McCoy, das extrem langweilige "Love Hangover" mit R&B Newcomerin Estelle oder das allenfalls zum B-Side Track taugende "Paper Trail" mit Little Brothers' Phonte.
Den Karren aus dem Dreck fahren dürfen dann gegen Ende des Albums die beiden Duck Down Kollegen Buckshot und - allen voran - Sean Price auf "The Pledge". Diese Nummer könnte glatt als Kanye West Produktion durchgehen, wodurch wir schon beim nächsten Kritikpunkt wären - deutlich feststellbar ist, dass sich die beiden zu sehr an anderen orientieren und zu dick auf Little Brother und Lupe machen. Eindeutig für die Katz' ist auch die enorme Vielfalt an unterschiedlichen Sounds, weshalb die Platte nicht stimmig und harmonisch genug klingt: mal klingts eher nach Pop, mal nach spacigem Dance Rap, dann nach schäbig ausgelutschter Dirty South Mucke und dann wieder nach klassischem Boom Bap. Auch eien Art, wie man Genres durchbrechen kann...
Anspieltipps: "Black Out", "Drivin‘ Down The Block (Low End Theory)", "Middle Of The Map Part 1 & 2", "The Pledge"
Fazit: Vollen Respekt für das gewagte Vorhaben, Boom Bap mit neumodernen Dirty South Elementen zu vermischen. Unterm Strich bleibt aber wegen dem fehlenden roten Faden, einigen Lückenfüller und missratenen Gastauftritten nicht mehr übrig als ein durchschnittliches Album...
© Geschrieben von Michael Bracher


Sehr ermüdende...