Lil Wayne - Tha Carter III
Mit jedem Featurebeitrag und jedem Mixtape vergrößerte sich die sowieso schon unglaubliche Erwartungshaltung an Dwayne Carters dritten Teil seiner „Tha Carter“ Trilogie. 1,5 Millionen Vorbestellungen in den Staaten und 1 Million verkaufter Downloads der ersten Single „Lollipop“ zeugen nicht gerade von einem Zusammenbruch des Musikmarkts, und so behaupteten die großen Hip Hop Medien durch die Bank, dass alles andere als ein Klassiker eine Enttäuschung wäre...
- Artist:Lil Wayne
- Title:Tha Carter III
- Producer:Maestro, Drew & Infamous, Mr. Bangladesh, Play & Skillz, Kanye West, Swizz Beatz, Cool & Dre, Robin Thicke, Deezle, D. Smith, Jim Jonsin, David Banner, Streetrunner, Alechemist, Rodnae
- Label:Cash Money/UniversalMotown
- Homepage:Website aufrufen
- MySpace:MySpace aufrufen
- Release:06.06.2008
- Rating:3.5
Nun, dann wurden sie enttäuscht. Selbstverständlich befinden sich insbesondere in der ersten Hälfte
der Scheibe eine Handvoll echter Perlen, zu nennen sind hier das Carteduett „Mr.
Carter“ mit Jay-Z, das relaxte „Comfortable“ auf einem wunderschönen Kanye
Beat, oder die beiden „Konzept“-songs (wenn man das bei dem Kollegen denn
behaupten kann) „Dr. Carter“ und „Phone Home“. Auf dem Erstgenannten schlüpft
Lil Wayne, unterlegt von einem äußerst dezenten Swizz Beat, der wie von den
frühen Beatminerz klingt, in die Rolle eines Hip Hop Docs, der Wack MC’s zu
retten versucht, was nicht so ganz hinhaut. Auf letzterem telefoniert E.T.
Weezy nach Hause ins All: man wusste doch immer, dass was mit dem Burschen
nicht stimmt – auf jeden Fall der Song der LP! Nicht minder durchgedreht auch „A
Milli“, bei dem der Beat nach einer Weile allerdings ziemlich anstrengt und das
wie für Busta geschaffene „La La“. Doch es gibt auch einige völlig unnötige Songs, wie die mit U13
Autotune-Klingelton-Beats und Ü18 Rhymes ausgestatten „Got Money“ oder
„Lollipop“ und Mitläufer wie „Mrs Officer“.
Nichtsdestotrotz sind eigentlich in jedem Track irgendwelche extraterrestrischen Ansagen versteckt, die kein Mensch blickt, aber leider besitzen nicht immer alle Beats das durchgeknallte „Niveau“ Weezys. Exemplarisch hierfür das von Alc produzierte „You Ain’t Got Nothin“, das klingt als wäre es für Fabs erstes Album gemacht worden – altbacken. Ein bisschen mehr Cool & Dre und Runners hätte da nicht geschadet.
Weniger musikalisch als inhaltlich vorzuheben dagegen „Tie My Hands“, in welchem der kleine Wayne gegen den Präsident, den Gouverneur und die Politik allgemein wettert, die während der Katastrophe in seiner Heimatstadt New Orleans nur zugesehen hatten und noch immer nicht genügend tun.
Anspieltipps: „3 Peat“, „Mr. Carter“, „A Milli“, „Comfortable“, „Dr. Carter“, „Phone Home“, „La La“
Fazit: Ein ganz
gutes, aber kein sehr gutes Album und erst recht kein Klassiker. Das nächste Mal bitte auch
auf der Beatebene nur Wahnsinn und keine Versuche, normalen Hip Hop zu machen.
Aber der Codein/Koka/Ecstacy/Weed-Cocktail wird’s schon richten...
© Geschrieben von Felix Schaufelberger



3.5?