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Marco Polo - Port Authority

Hip Hop ist tot? Hip Hop ist ausgelutscht und geht völlig vor die Hunde? Das mag ja auf einen Großteil der heute präsenten Künstler zutreffen, ein paar wenige hingegen sind nach wie vor hier, um das Hip-Hop Fähnchen hochzuhalten.

Marco Polo - Port Authority

  • Artist:Marco Polo
  • Title:Port Authority
  • Producer:Marco Polo
  • Label:Soulspazm / Rawkus
  • MySpace:MySpace aufrufen
  • Rating:4

Einer davon ist Marco Polo, seines Zeichens einer der momentan wohl gefragtesten Producer im Business. Schon in der Vergangenheit konnte sich Marco Polo durch diverse Produktionen für Leute wie Pumpkinhead, Masta Ace oder die Jungs der Boot Camp Clik einen Namen machen. Seit wenigen Wochen steht der Gute nun endlich mit seinem Soloalbum namens „Port Authority“ in den Startlöchern und wie es sich für ein vernünftiges Produceralbum gehört, erwartet euch hier eine mehr als ansehnliche Featureliste.

Nach einem kurzen Intro geht`s auch direkt mit „Get Busy“ feat. Copywrite los. Copywrites gelungene Performance und ein schön produzierter Beat, der durch die Untermalung präziser Cuts noch ein wenig aufgewertet wird, stellen den perfekten Opener für ein gutes gutes Stück Hip Hop dar. Es folgen „Marquee“ feat. O.C und „War“ feat. Kardinal Offishal, die ich mich beide ebenfalls überzeugen können. „War“ ist mit „Nostalgia“ übrigens die erste Singleauskopplung des Albums. Weiter geht`s mit dem Track des Jahres 07 (so far) namens „Nostalgia“, der niemand geringeren als Raplegende Masta Ace featured. Im Endeffekt sagt der Titel des Tracks alles über die Qualität des Stückes aus; nostalgischer Beat, nostalgische, qualitativ hochwertige Raps und Cuts. Es tut immer wieder gut zu wissen, dass es auch im Jahre 2007 noch Künstler im Rapgame gibt, die gar nicht erst versuchen sonderlich innovativ zu klingen, sondern einfach nur den Sound machen, mit dem sie sich identifizieren können bzw. der sie geprägt hat. Ganz große Nummer!!!!! „Wrong One“ feat. Wordsworth, „Low Budget“ feat. Kev Brown, Kenn Starr, Oddisee, Cy Young & Kaimbr, “Speak Softly” feat. Jo Jo Pellegrino und “Time & Place” feat. Ed O.G sind zwar allesamt als gute Tracks zu erachten, stehen jedoch etwas im Schatten der ersten paar Tracks, insbesondere im Schatten des übermächtigen „Nostalgia“. Mit „The Radar“ feat. Large Professor hingegen hat Marco Polo die nächste Bombe des Albums gezündet. Grandioser Beat (ich liebe das U.F.O-Sample!!) und eine mehr als gelungene Performance des Professors, den ich als MC mindestens genauso schätze, wie als einen der wohl größten Producer im Game. Laut Marco Polo soll „The Radar“ Single Nr.2 werden; wir wollen`s hoffen! Mit „All My Love“ feat. Jaysun kehrt für einen kurzen Augenblick wohltuende Ruhe ein, die aber keine 3:38 Minuten später durch das sehr gelungene und drückende „Lay It Down“ feat. The U.N`s Roc Marciano wieder zunichte gemacht wird. Die wohl angenehmste Form der Lärmbelästigung. Marco Polos Nähe zur Boot Camp Clik beschert ihm und auch euch den nächsten Track namens „Go Around“, der Black Moon`s Buckshot featured und auch gut als 96er durchgegangen wäre. Toller Vibe. „Hood Tales“ featured Raplegende Kool G Rap und überzeugt durch einen treibenden Beat und messerscharfe Rhymes des Großmeisters, während es Supastition und Polo auf „Heat“ wunderbar verstehen, dem von wechselhaften Wetter geplagten Sommer Deutschlands doch noch ein wenig Hitze zu verleihen. Und bei den nun herrschenden Temperaturen gibt es doch nichts besseres, als sich seinen Wagen zu schnappen und eine Runde um den Block zu drehen. Das zumindest müssen sich Sadat X, JuJu und A.G auf „Rollin“ gedacht haben, denn der Track ist nicht nur super smooth produziert, sondern überzeugt zudem noch durch drei sehr gut gewählte Features. Ein für mich persönlich weiteres Highlight des Albums. Halt!! Stop!!! Ihr dürft gerne noch ein wenig weiter lesen, denn ein Highlight hat das Album mit „For The Future“ feat. Critically Acclaimed noch zu bieten. Schön gechopptes Sample, untermalt von einem seichten Bass und einer grandiosen Rapperformance. Wie ich hingegen die letzte Nummer des Albums namens „Relax“ feat. J. Davey interpretieren soll ist mir ein Rätsel. Ich fasse das Ganze mal als eine ziemlich misslungene Hommage des A Tribe Called Quest Klassikers „Electric Relaxation“ auf, die nicht gerade am Beat, sondern an Daveys seltsamen Sing-Sang scheitert. Schade, ich persönlich hätte mir zum Abschluss eines wirklich tollen Albums eine bessere Nummer erhofft.

Fazit : Marco Polo hat auf seinem Debütalbum fast alles richtig gemacht. Die Features sind erstklassig gewählt, die Beats sind unglaublich sauber und detailverliebt produziert und die auf fast jedem Track zu findenen Cuts, für die größtenteils Dj Revolution verantwortlich ist, runden die Tracks noch ab. Doch gibt es meiner Meinung nach eine zu große Dissonanz zwischen den wirklichen Bangern und den nur guten Nummern, was dem ein oder anderen von euch beim Hören sicherlich auch auffallen wird. Dennoch ist dieses Album überaus empfehlenswert, da es durch Abwechslungsreichtum und eine hohe Qualität zu glänzen versteht. Kaufen, hören und schwelgen.

SUPPORTEN!!!!

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