Nelly - Brass Knuckles
Nelly veröffentlicht nach vierjähriger Pause Solo-Album Nr. 4.
- Artist:Nelly
- Title:Brass Knuckles
- Producer:Wyshmaster, Free Agentz,Neff-U, Polow Da Don, G.Koop, Akon, Jermaine Dupri, The Neptunes, Boom-Batt
- Label:Universal
- Homepage:Website aufrufen
- MySpace:MySpace aufrufen
- E-Mail:E-Mail schreiben
- Release:17.10.2008
- Rating:1
Es scheint so, als müsse das Gefühl des Fremdschämens bei den etwas anspruchsvolleren Hip Hop Hörern in den letzten Monaten schon ins unermessliche gestiegen sein. Just Blaze samplet für T.I. „Dragostea din tei“, Wiz Khalifa bemächtigt sich eines Alice Deejay Songs, und auf jedem aktuellen Song eiert jemand auf dem Autotune-Effekt rum. Es wird immer finsterer im kommerziellen Hip Hop, und die Frage darf schon erlaubt sein, ob ein Großteil der amerikanischen „Urban-Music“-Hörer jeglichen Geschmackssinn verloren hat.
Überraschenderweise ist Nelly nicht auf den Eurodance-Verwurstungs-Zug aufgesprungen. Vermutlich war das Album schon fertiggestellt, als der Hype losging. Trotz alledem bringt ihm das schon einen kleinen Pluspunkt ein, der in der Endabrechnung das Ergebnis allerdings auch nicht retten kann. Denn „Brass Knuckles“ ist vor allem eines: langweilig. Nelly war immer schon Pop-Rap. (Allenfalls) akzeptabel war er dann, wenn es ihm gelang, eingängiges Radio- oder Clubfutter mit der für ihn typischen St. Louis-Singsang-Note zu produzieren.
Ein spezieller Nelly-Sound findet sich auf seinem vierten Solo-Album nicht mehr. „U Ain’t Him“ mit Rick Ross klingt nach einem Rick Ross Song, „L.A.“ mit Snoop und Nate klingt einem Snoop/Nate Song, „One and Only“ ohne Ne-Yo klingt nach einem Ne-Yo Song, und „Chill“ klingt nach G-Unit. Die St. Lunatics geben sich auch noch größte Mühe, genauso wie Fiftys schlaffe Burschis zu klingen. Alle Songs wären auf den Alben der jeweiligen Künstler akzeptabel gewesen, Nellys Anwesenheit zieht das Niveau der Songs teilweise beträchtlich nach unten. Eigenständigkeit ist weit und breit nicht zu sehen, wie ein Großteil seiner Kollegen hat auch Nelly die Styles der Stunde zusammengewürfelt und erhofft sich so vermutlich hohe Absatzzahlen. Bis auf ein Track ist jeder Song vollgepflastert mit Features, was oftmals von Vorteil ist, da man sich Nellys inhaltsloses Genöle dann mal eine Minute entziehen kann, von Solo-Album kann so allerdings nicht die Rede sein. Ach ja, wer braucht eigentlich die St.Lunatics?
Anspieltipps: wenn überhaupt „Self-Esteem“ und die Beats von „Let It Go“ und „Ucud Gedit“
Fazit: Nach dem Genuss des Albums kann man sich an genau keinen einzigen Song erinnern. Sinnentleerter Singsang auf langweiligen Beats. Wie kann Universal so ein Album ungestraft das Presswerk passieren lassen?
© Geschrieben von Felix Schaufelberger
Nelly
Halb Rap-Amerika scheint such bei LL Tipps abgeholt zu haben, wie viele Tonnen Steroide man nehmen muss, um in 5 Wochen ein Tier zu werden. Da muss man doch verstehen, dass man sich nicht mehr um die Qualität seines eigenen Albums kümmern kann...

