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Rynerrr - Symptome

Eigentlich ist dieses Album schon 2005 erschienen, doch nachdem es von der Juice zur Demo des Jahres gekürt wurde, entschied sich Rüpelrapper Rynerrr dazu, sein Album „Symptome“ für 2008 professionell mastern und pressen zu lassen. Wir untersuchen an dieser Stelle, ob der Aufwand sich denn gelohnt hat?

Rynerrr - Symptome

Cover: "Symptome"

„Symptome“ ist nicht nur Rynerrrs offizielles Debütalbum, es ist auch das erste Album des kleinen Freiburger Labels Weisse Scheisse, dessen provokanter Name – soviel sei schon vorweggenommen - wegweisend für dieses ganze Album ist.
Auf 14 amtliche Tracks folgen 3 Bonuslieder, die insgesamt knapp über eine Stunde kurzweilige Spielzeit ausmachen.
Da gibt es eine Menge Lieder von der Sorte Bierzelt, wie etwa „Bierliebe“, das partytaugliche „Oetti & Krauser“ oder die gegröhlte Hymne „Das Beste Lied Der Welt“ ft. Jaw, Maexer und Jonas G., das seinen Namen dadurch erhalten hat, dass es – und darauf sind auch die Features Jaw, Maexer und Jonas G. ganz stolz -  im Suff entstanden ist. Erwähnenswert ist auch „Mein Kopf“, das sowohl durch den gewöhnungsbedürftigen, abstrakten Beat als auch durch die ungewöhnliche Rapperformance irgendwie besonders ist.
Auf „Rynerrr ist“ wird die eigene Künstlerperson als perverses, brutales Ungeheuer dargestellt, auf „Völlig normal“ wird das negative Selbstbildnis noch ausgebaut.
Der selbsternannte „Punkrapper“, der auf alles zu „Scheisse(n)“ scheint, kann aber auch ernst sein, beispielsweise wenn er den Klischee-Hip Hopper kritisiert, dessen Leben nur danach ausgerichtet ist, vorgegebene Normen zu erfüllen.
Mit dem Titellied „Symptome“ gibt es weiterhin sozialkritisches Storytelling exquisiter Art – wer auf diese Schiene steht, dem werden die Bonustracks durchaus gefallen.
Rynerrrs Album sticht durch hämischen Singsang, durch die unverhohlenen, jedoch vorwiegend destruktiven Texte sowie durch geistreiche Metaphorik hervor, die in Kombination mit den treibenden, elektronischen Beats von ihm selber, Maexer oder dem Labelkollegen Jaw sicher gut für Liveperformances geeignet sind.
 
Anspieltipps: „Bierliebe“, „Oetti & Krauser“, „Symptome“

Fazit: Die simplen und synthielastigen Beats bilden eine anregende Grundlage, auf welcher dann provozierende, roughe Wortspiele, meist in Zusammenhang mit Sex, Suff und Selbstspott, gesponnen werden, die jedoch die richtige Menge an Sarkasmus nicht missen lassen.

Geschrieben von Diep Ta

tod?

Kommentar von Cagri Ürkmez am 04.06.2008 18:33
Wieso wird nicht auf Rynerrrs Tod eingegangen und den letzten Song Spiegel? Sind beides sehr wichtige und überragende Stücke, die eigentlich zu erwähnen sind...review ist sonst gut geschrieben. für mich 4 mics!

Bonustracks!

Kommentar von asiakiss am 07.06.2008 12:21
Bin auf diese beiden Tracks nicht eingegangen, da ich fand, dass sie als Bonustracks überraschen sollten.

eben deswegen...

Kommentar von Mike am 13.06.2008 23:51
... eine Review soll ja ein Querschnitt des Albums sein und nicht eine sich blöd lesende "Track für Track" Bewertung ;)