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The Game - LAX

Jayceon Taylor beglückt den geneigten Hip Hop-Liebhaber mit einem der wenigen Schmankerl des Jahres.

The Game - LAX

The Game - LAX

  • Artist:The Game
  • Title:LAX
  • Producer:EP, J.R. Rotem, Jellyroll, Cool & Dre, Nottz, DJ Toomp, Scott Storch, 1500 or Nothin’, Kanye West, DJ Quik, Knobody & Dahoud, Hi-Tek
  • Label:Geffen/Universal
  • Homepage:Website aufrufen
  • MySpace:MySpace aufrufen
  • Release:22.08.2008
  • Rating:4

Wer hätte 1999 beim Release von Dre’s „2001“ gedacht, dass sich knapp zehn Jahre später nicht East- und Westcoast um die Krone des kommerziell erfolgreichen Hip Hops streiten, sondern beide Szenen zusehen müssen, dass sie sich überhaupt wieder in die Nähe der Spitze heranschieben können.

Dass es soweit kommen konnte, liegt einerseits sicher am Konsumenten, der lieber klingeltontaugliche, leicht verdauliche Tanzanimationen bevorzugt, statt gehaltvollen Hip Hop, aber es liegt auch an den Künstlern von beiden Küsten selbst, die seit geraumer Zeit kaum noch Nennenswertes zustande bringen. So blieb es, abgesehen von Snoop, aufgrund der nun schon ewigen Absenz des Doctors einem gewissen Jayceon Taylor überlassen, die Fahne der Westcoast und in gewisser Weise auch der Eastcoast hochzuhalten, kooperierte er doch von Anfang an eng mit Künstlern aus beiden Szenen und zollte Legenden von hüben wie drüben Respekt. So ist Game wohl mehr Hip Hop als die meisten seiner Zeitgenossen, da er einer der wenigen ist, der das Andenken an die alten Helden des Genres bewahren will.

 

Wie schon auf den ersten beiden, perfekt durchgestylten Alben, beweist The Game auch auf „LAX“ wieder ein gutes Gespür für melodische, mehr oder weniger stark von Dr. Dre beeinflusste, Beats. Da es bereits bei der Beatauswahl bei den meisten Artists mittlerweile enorm hapert, kann sich Game hier schon einige Pluspunkte sammeln. Inhaltlich hat sich erwartungsgemäß nicht viel geändert. Das stört jedoch nicht weiter, es gibt wieder nur so vor Hip Hop-Zitaten triefende  LA-Gangsterstories, die, ganz gleich ob echt oder frei erfunden, noch immer wie auf „The Documentary“ zu fesseln wissen. Auch die Unterstützung am Mikrofon erscheint dem Kontext entsprechend sinnvoll gewählt, zu den unerwarteten Überraschungen zählen hier allen voran DMX in einem seiner typischen Prayer-Skits und Veteran Ice Cube in der Hook zu „State Of Emergency“, zudem gibt’s gelungene Features vom kugelsicheren Raekwon, Common und Nas. Im direkten Vergleich zu Nasir Jones fällt auf, dass Game diesem in Sachen Stimme und Flow mittlerweile auf einigen Songs (insbesondere „Let Us Live“) sehr ähnelt. Zufall? Zudem beglücken uns noch einige Artists mit mehr (Chrisette Michelle, Raheem DeVaughn, Keyshia „MJB“ Cole) oder weniger (Ne-Yo) zufriedenstellenden Hooks.

 

Anspieltipps: LAX Files, State Of Emergency, Bulletproof Diaries, My Life, Money, House Of Pain, Let Us Live, Angel, Game’s Pain,  

 

Fazit: Eines der spärlichen Highlights des Jahres 08! The Game hat auf seiner dritten Majorplatte zum Glück nichts weltbewegend Neues gewagt, sondern genau das geliefert, was seine Fans von ihm erwartet haben. Hoffen wir, dass er das mit seinem Rücktritt nach Album Nummer drei nicht allzu ernst gemeint hat.    

 

© Geschrieben von Felix Schaufelberger

 

Snippets gibt's hier: http://artists.universal-music.de/_player/thegame/

Kommentar von Sven Tiedemann am 23.08.2008 00:14
Man soll ja nun nicht immer Neues mit Alten vergleichen, aber wenn man Klassiker wie "The Documentary" (5 Hammer) und "Doctor's Advocate" (4 Hammer) herausbringt, sei dies mir mal erlaubt. Im direkten Vergleich zu den beiden Vorgängern fällt The Game leider etwas ab. Besser gesagt nicht The Game selbst, sondern die musikalische Untermalung. Dass er dabei als MC immer noch besser ist als der meiste Rest, zeigt nur das man Talent nicht züchten kann und das er es absolut verdient hat, welchen Status er jetzt inne hat. Kommen wir aber zur Musik. Auch wenn The Game das sicher nicht gerne hören will. Die Qualität seiner Alben sinkt, wenn auch sehr langsam. Ähnlich wie bei seinem Nemesis 50 Cent haben "Get rich or die tryin" noch alle gefeiert, dann kam "The Massacre", das ebenfalls herausragte, wenn auch nicht so stark wie der Erstling. "Curtis" kann man sicher nicht als schlechtes Album bezeichnen, aber mit der Qualität des Erstlings hat es nicht mehr viel zu tun. Sollte The Game jetzt tatsächlich aufhören, ginge er mit gehobenen Haupt.