The Roots - Rising Down
The Roots melden sich zwei Jahre nach ihrem Def Jam Debüt zurück und überraschen ihre Fans mit einem neuen Studioalbum, passend zum 16. Jahrestag der Unruhen in Los Angeles, die durch den Freispruch der Polizisten im Fall Rodney King verursacht wurden, weshalb nun der Albumtitel Titel an Wiliam Vollmans Gewaltstudie "Rising Up and Rising Down" angelehnt wurde...
Cover: Rising Down
- Artist:The Roots
- Title:Rising Down
- Producer:?uestlove
- Label:Def Jam Recordings
- Homepage:Website aufrufen
- MySpace:MySpace aufrufen
- Release:25. April 2008
- Rating:4
Da ist es also, das zweite Album von The Roots über Def Jam Recordings. Während ich beim 2006er Album "Game Theory" noch dachte: The Roots und Def Jam, das funktioniert nicht und aufgrund des Labelwechsels zu Def Jam schlimmes befürchtete, wurde ich durch ein richtig gelungenes Album eines besseren belehrt - ja, auch ich lasse mich belehren; nicht oft und auch nicht immer gern, aber manchmal siegt die Neugierde und Überraschung dann doch. Die Befürchtungen wurden mir genommen...
Um so gespannter war ich dann auch auf "Rising Down", das zweite Def Jam Release. Großes wurde angekündigt, was sich auch anhand der Gästeliste ablesen lassen sollte. Namhafte Gäste wie Wale, Mos Def, Talib Kweli, Common und DJ Jazzy Jeff sollten beständiges verheißen, dazu die ganzen Vorabsingles - mit Ausnahme der ersten offiziellen Single "Birthday Girl". So richtig erfüllt wurden die ganz hohen Erwartungen dann dieses Mal aber doch nicht - und das liegt vor allem am neuen Sound! Ob das an der Kommerzialisierung durch Def Jam liegt? Who knows? Who cares?
Man kann ohnehin nicht behaupten, die Roots würden immer die gleiche Schiene fahren, vielmehr hatten sie sich von Album zu Album immer weiter entwickelt, doch dieses Mal war es ein kleiner Schritt zu viel des Guten - zu viel Elektro, zu viel Synthies! Es überwiegt die düstere Stimmung, was aber grundsätzlich nicht verkehrt muss, die vielen Synthieeinlagen hingegen schon. Zugute halten muss man aber wohl, dass "Rising Down" als das vielleicht atmosphärischste The Roots Album durchgeht.
Der Rest ist per se wieder "tip top" - gewohnte Kost. Themen wie Politik - und zwar auffällig viel Politik - sowie die Thematik der Abhängigkeiten wurden in den Texten bestens verarbeitet und Black Thought präsentiert sich sowieso gewohnt "on top" und spittet wütend ins Mic (z.B. "Criminal" mit Truck North und Saigon). Die vielen hochkarätige Featuregäste sorgen mit ihren Parts für Variabilität, so zum Beispiel Mos Def auf "Rising Down", wobei das ständige "Hello" Gesäusel im Refrain "übelst" gegen den Strich geht, oder eben Porn und Dice Raw auf dem satten "I Will Not Apologize". Auf der Habenseite auch das weniger düstere "The Show" mit Common und Dice Raw, allerdings hätte man auf Styles P beim "@15" Track verzichten können und Mercedes Martinez ist auf "Unwritten" nur eine austauschbare R&B Göre unter vielen.
Anspieltipps: "Get Busy", "Criminal", "I Will Not Apologize", "The Show", "Rising Up"
Fazit: Eingefleischte The Roots Fans dürften enttäuscht sein, wenngleich "Rising Down" immer noch besser ist als 90% der heutigen US-Rap Releases! An "Game Theory" oder gar an "Phrenology" kommt das Album allerdings nicht ganz ran.
© Geschrieben von Michael Bracher

