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Interview mit Donato und Inferno79 - Dezember 2006

Donato und Inferno79 haben sich zum Duo zusammengetan - wir haben die beiden im Interview und sprachen mit ihnen über ihre LP, die Musik, Kopfhörer Recordings, und vieles mehr!

Foto: Donato & Inferno79

sean@hiphopnews.de (Dezember 2006)


Zunächst möchte ich zu einem dopen Album gratulieren und freue mich auf eure Antworten... Stellt euch kurz vor.. was hat euch zum MCing gebracht? Was tut sich gerade in der Dortmunder Szene?

Donato: Ja, freut uns, dass es dir gefällt! Ich bin Donato aus Dortmund, und der ein oder andere kennt mich vielleicht von Features auf dem mnemonic-Album oder auf ein paar Dingern von Roey Marquis II  und von meinem Soloalbum "Damals wie heute", das 2005 rauskam. Zum Rap bin ich irgendwann  Mitte der 90er gekommen, als bei uns in der Gegend viele Sachen von Cypress Hill, Public Enemy und Too Strong gehört wurden. Kurz vor der Jahrtausendwende hab ich das Mic dann selber in die Hand genommen. Warum? Gute Frage, ich hab schon immer nach einer Möglichkeit gesucht,  mich musikalisch auszutoben, und Rap bot sich halt an, weil ich ihn damals extrem gefeiert habe.

Inferno: Ich bin Inferno79 und komme auch aus Dortmund. Angefangen habe ich vor ungefähr 10 Jahren. Wie die Zeit vergeht... Erste Aufmerksamkeit habe ich dann jedenfalls durch einen Track namens "Painkiller" bekommen, der auf dem Selfmade Records-Sampler erschienen ist. Danach folgten diverse Beiträge auf dem Too Strong-Album "Dreamachine", ein Feature auf dem Album vom Langen und eine eigene EP mit dem Titel "Stimme der Stadt". Dann bin ich auch noch auf dem "Best of Ercandize"-Mixtape  vertreten.

Zur Szene in Dortmund kann ich sagen, dass hier traditionell viele B-Boys, Maler, Freestyler, DJs und Rapper unterwegs sind. Die schießen quasi aus dem Boden (lacht). Die Frage ist halt nur, ob die Leute ans Licht kommen, und wenn ja, wann. Aktuell haben Too Strong und der Lange ja erst vor Kurzem released und Profan78 arbeitet an seinem "Rote Erde"-Album, deshalb kann
man schon sagen, dass in Dortmund eigentlich immer was geht.

Wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen zwischen euch beiden? Seid ihr euch nicht schon vor der Promo von "Damals wie heute" in Dortmund über den Weg gelaufen?

Donato: Wir haben uns natürlich öfter mal auf Gigs gesehen oder so, sind aber über Smalltalk nicht hinaus gekommen. Wie du ja schon andeutest, hat sich das eigentlich erst 2005 zu meiner Albumpromo geändert,  als ich ihn gezielt kontaktiert habe, um einen Track mit ihm zu machen. Das hat halt so gut funktioniert und  gepasst, dass wir das auf EP-Länge ausdehnen wollten. Letztlich ist es dann doch ein Album geworden...

Der Titel "Mond - Licht - Schatten" umschreibt passend den Grundton der Platte. Welche Bedeutung haben diese Wörter für euch und welche Grundmessage soll das Album transportieren?

Inferno: Oh, um das zu erklären, muss ich etwas ausholen: Der Titel soll als eine Art Metapher oder ein Wortspiel verstanden werden. Gehen wir mal davon aus, dass der Mond ein bestimmtes Individuum ist, in diesem Fall Donato und Inferno79. Der Mond strahlt im Gegensatz zur Sonne viel geringer. Das kleine Licht dort oben soll die Künstler als ein Symbol darstellen, als zwei Menschen in der großen Welt und  von Dunkelheit umgeben. Wir senden dieses Licht in Form unserer Musik in die Welt und treffen dabei auf Gegenstände oder Personen, die wiederrum einen Schatten werfen. Der Schatten steht für die Hörer, oder für die Konsumenten, wenn man das so sagen will. Jeder Mensch entwickelt beim Hören eines Werkes eigene Emotionen und kleine Welten. Der Schatten ist halt die Reaktion in Form von "finde ich gut", "mittelmäßig" oder "schlecht". Zur Aussage des Albums lässt sich noch sagen, dass kein Mensch perfekt ist und alle auch Fehler machen. Und genau das wollten wir rüberbringen, emotionale Welten schaffen. Es gibt immer "ups und downs" im Leben, wenn auch leider zu viele "downs". Deswegen war es uns wichtig, uns persönlich in verschiedenen Situationen darzustellen, sprich gestresst, depressiv, ängstlich, aggressiv, iebevoll und so weiter. Wir halten es gerne ehrlich, sind ehrlich zu uns und aind in ständiger Reflektion mit uns selbst. Nehmen wir zum Beispiel mal den Track "Egal was passiert": Während der Albumproduktion ist mein Vater leider verstorben. Was einen emotional und psychisch belastet, die ganze Trauer, der Schmerz, musste einfach genau so raus. Musik als Ventil, sich frei machen, um Luft zu kriegen. Donato gibt mir auf dem Track so viel Liebe, sozusagen alles, was ihm möglich ist. Quasi die Unterstützung und das Verständnis für meine Situation. Das geht nur, wenn man eine Freundschaftliche Beziehung zueinander hat, und das hebt uns vielleicht von Anderen ab. Authentizität halt. Ich würde sagen, Donato ist ein Freund, der mir ans Herz gewachsen ist... One love und so!

Wie bereits bei Donatos Album "Damals wie heute" werden die Plattenkritiken mit Wörtern wie "melancholisch", "wütend", "ehrlich" gefüllt werden. Manche neigen sogar zum Adjektiv "depressiv". Woher kommt der nachdenkliche und oft pessimistische Grundton eurer Lyrics und der dazugehörigen Beats?

Donato: In erster Linie aus Erlebnissen des Lebens, die man halt vor Jahren, Monaten oder Tagen gemacht hat, und die einen prägen. Manche Menschen lassen sich durch bestimmte Dinge nicht aus der Bahn werfen, und manche haben scheinbar Probleme, mit Verlusten oder anderen Krisen umzugehen. Zu der letzteren Gruppe scheinen wir zu gehören.

Inferno: Ja, da kann ich meinem Partner eigentlich nur zustimmen.

Gerade das thema "Freunde" steht in mehreren Songs auf der Themenliste. Man bekommt den Eindruck, dass ihr schon oft enttäuscht wurdet und dadurch nur noch sehr vorsichtig seid, wenn es darum geht, jemandem Vertrauen zu schenken... Andererseits bedankt ihr euch bei "Mond-Licht-Schatten" genau bei denjenigen, die euch enttäuscht haben, weil dadurch erst der input für die musik entsteht...

Inwieweit hilft euch die Musik bestehende Konflikte oder Probleme zu verarbeiten bzw. zu "heilen"?

Donato: Das hilft mir auf jeden Fall sehr viel, denn wenn ich diese Konflikte oder die Gedanken zu ihnen runterschreibe, ist es, als würde ich mit einem guten Freund reden. Ich verlier in dem Moment einfach Ballast und kann mit der Situation besser umgehen, als wenn ich alles nur in mich reinfressen würde. Man hat durch die Lyrics dann etwas Handfestes und kann die Situation auch besser reflektieren, als wenn dir im Kopf nur unkonkretes, wirres Zeug herumgeistert.

Inferno: Das ist bei mir ähnlich. Andere besaufen sich oder rammen die Faust in die Wand, wenn sie enttäuscht sind. Ich wandle meinen ganzen Frust aber in Produktivität um. Es bringt mir ja letztlich nichts, wenn ich andere Menschen schlecht behandle oder meine Wut an ihnen auslasse. Ich habe genug Stress, und da muss ich nicht noch draußen auf der Straße nach Beef suchen.

Inferno, beschreibe mal Donato mit deinen Worten...

Inferno: Ich liebe seine Art der Melancholie. Ich finde, er hat die Stärke, Emotionen stark zu vermitteln, wobei man an seiner Stimmlage immer erkennen kann, dass es Tief aus seinem Inneren kommt. Der Typ ist ein guter Mann, ein guter Freund und ein großes Talent. Wir fahren beide den gleichen Film und das ist gut so!

Donato, jetzt bist du an der Reihe, beschreibe doch Inferno für uns...

Donato: Der Typ ist irre, genau wie ich (lacht). Er ist ein toller, ehrlicher, geradliniger Mensch, der immer ein offenes Ohr hat, wenn man es braucht. Außerdem ist er ein richtig guter Rapper mit viel Aussage und Atmosphäre.

Für viele Hörer ist es immer interessant, welche Charaktere hinter einem Album stehen. In euren Texten gebt ihr eine Menge von euch preis, aber welchen Tätigkeiten geht ihr neben der Musik nach, wo liegen eure Interessen?

Donato: Ich hab ausser Rap wenige Interessen. Eigentlich beschränken die sich nur auf die Musik, zumal ich derzeit auch kaum Zeit für andere Geschichten habe. Ich hab vor ein paar Monaten ein Studium angefangen habe, das sehr zeitintensiv ist. Außerdem will das Leben natürlich finanziert werden, und diese Sachen führen dann halt dazu, dass man schon froh sein muss, wenn man zwischenzeitlich noch Musik machen kann.

Inferno: Ich arbeite als Erzieher an einer Grundschule und verdiene dadurch meinen Lebensunterhalt. Meine Interessen liegen, genau wie bei Donato, hauptsächlich im Musikbereich. Ich mache selber Beats, recorde vieles Zuhause und bin ein großer Fan von Soul, Funk, Classics, Folk und dem ganzen 70er und 80er-Stuff. Außerdem bin ich ein großer Fan von meiner Frau. (lacht)
Sie bringt so viel Liebe und Ruhe in mein Leben, aber ich möchte jetzt auch nicht vom Thema abschweifen.

Passend zu euren Lyrics gibt es die perfekte Untermalung in Sachen Beats.. Dabei haben Blazin Hand, Screwaholic und Ill-luzion die Produktion übernommen. Wie kam es zu dieser auswahl und worauf achtet ihr generell bei Beats? Inwieweit nehmt ihr Einfluss auf die Instrumentals?

Donato: Die Auswahl war schon sehr schnell klar. Mit Screw habe ich ja schon für mein Album und anderen Dingen gearbeitet, und er hatte auch Bock auf dieses Projekt. Blazin Hand hat zu einem Internettrack von mir einen Beat beigesteuert, und als er mir noch andere Sachen gezeigt hat, bin ich aus meinem Stuhl gekippt und wollte ihn für das Ding mit Inferno haben, weil er die Beats so baut, dass wir sie sofort fühlen können. Über Ill-Luzion bin ich gestolpert, weil er in irgend einem Forum mal meinte, dass es vielleicht möglich wäre, was mit Donato zu starten, obwohl wir uns zu dem Zeitpunkt nicht kannten. Nachdem ich mir aber seine Beats angehört habe, war klar, dass er Recht behalten würde (lacht)

Inferno: Ich bin sehr froh, dass die Jungs für das Album produziert haben. Die Typen sind halt in meinen Augen sehr alentiert und haben ihren eigenen Style. Ich finde, dass im Moment vieles gleich klingt, aber die Jungs haben das Talent, sich von der Masse abzuheben. Zu Ill-Luzion kann ich noch sagen, dass er im Moment fleißig für mein Album produziert, das den Titel "Seelenkrieg" tragen soll. Aber das ist alles noch in Arbeit.

Donato, du hast auch einen eigenen Beat beigesteuert.. kann man da in Zukunft mehrerwarten ;-) ?

Donato: Nein, ich bin produktionstechnisch auf einem Level, das ich nicht mehr steigern kann, weil mir einfach einiges an Talent fehlt. Das lasse ich lieber die Experten machen und konzentriere mich auf die Texte.

Glaubt ihr, dass irgendwann mehr Leute auch ernste Inhalte im deutschen Rap nachfragen werden anstatt von aktuell weit verbreiteten, sinnlosen Pseudo-Gangster-Gelaber?

Inferno: Klar. Ich meine, Rap hat immer auf Ernshaftigkeit basiert. So ist es entstanden, die Leute aus den Ghettos haben sich so Gehör verschafft, und ich glaube nicht, dasa es dort so rosig war. Im Moment wird der Musikmarkt halt von sogenanntem Gangster-Rap überflutet, aber ich akzeptiere das. Trotzdem bekomme ich schon mit, dass die Konsumenten auch etwas Ernstes hören wollen. Das Leben besteht halt nicht nur aus Party, aus guter Laune und einer "Ich will der Beste sein"-Attitüde. Es gibt auch noch Denker da draußen, die definitiv wieder ihre Hörer finden werden.

Donato, welches Resumee kannst du im Rückblick auf "damals wie heute" ziehen? Iinwieweit haben sich die positiven Resonanzen auf deine weitere Arbeit ausgewirkt?

Donato: Rückblickend ist das Album schon gut gelaufen, aber natürlich hätte es noch besser gehen können. Über die Resonanzen kann ich mich sicher nicht beschweren, denn die Medien haben es gut angenommen und das Feedback von den Käufern war auch cool. Ob sich das irgendwie auf meine neueren Sachen ausgewirkt hat, kann ich nicht sagen, denn ich versuche schon, mein Ding weiter so zu machen, wie ich es für richtig halte. Unterbewusst bleibt aber sicher immer was hängen, von daher kann ich da schon beeinflusst worden sein - in welche Richtung auch immer.

Wie kam es zum Deal mit Kopfhörer rec. und welche Ziele habt ihr euch für dieses Album gesetzt?

Donato: mnemonic hat sein Album ja auch über Kopfhörer gebracht, und Radrum fand den Track, auf dem ich dabei war, recht cool. In der Zeit haben ich und Inferno schon am Album gearbeitet, und Radrum wollte es sich anhören, wenn es fertig ist. Letztlich hat es ihm dann gefallen, und dann ging alles eigentlich ziemlich schnell. Es wäre schön, wenn das Album Zuhörer findet, die es fühlen können und sich was aus den Sachen rausziehen können.

Welche Pläne habt ihr jeweils für die Zukunft?

Donato: Wir haben schon das ein oder andere Projekt in Planung, aber dazu können wir noch nichts verraten, weil manche Dinge noch nicht spruchreif sind. Wir halten euch aber auf dem Laufenden...

Inferno: Ich habe mir vorgenommen, ein Soloalbum zu machen. Das ist zwar schon etwas, dass sehr viel Zeit einnimmt, aber ich werde trotzdem offen für andere Projekte sein. Es gab halt Zeiten, in denen ich musikalisch sehr faul war und das möchte ich für mich persönlich wieder gut machen.

Any last words an unsere Leser und an Hip Hop Deutschland???

Donato: Hört euch das Album an! Am Besten mehrmals, denn dann entfaltet es sein Potenzial erst so richtig. Supportet gute Musik, checkt die Releases von Kopfhörer Recordings und kommt gut durch den Winter.

Inferno: "Musik ist der Schlüssel zu dir selbst, es liegt an dir, ihn sinnvoll einzusetzen"!

Donato: Vielen Dank für das Interview.

Was war für euch das beste HipHop Album 2007 ?

9th Wonder - Dream Merchant Vol.2
Big Shug - Street Champ
Common - Finding Forever
Cunninlynguists - Dirty Acres
Evidence - The Weatherman
Little Brother - Getback
Marco Polo - Port Auhority
Pharoahe Monch - Desire
Special Teamz - Stereotypez
Statik Selektah - Spell My Name Right
Talib Kweli - Eardrum
The NYG'z - Welcome 2 G-Dom
Theory Hazit - Extra Credit
Wu-Tang Clan - 8 Diagrams
* ein anderes Album

 

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